Ich habe Tvidler ausprobiert, weil ich meine Ohren vorher oft mit Wattestäbchen gereinigt hatte und danach manchmal eher ein verstopftes Gefühl bekam. Für mich ging es vor allem darum, trockenes Ohrenschmalz am Eingang des Gehörgangs loszuwerden, ohne etwas tiefer hineinzuschieben.
Tvidler ist ein wiederverwendbarer Ohrenreiniger mit einem Griff und weichen Silikonspiralen. Im Set waren bei mir zwei Spiralaufsätze und eine kleine Aufbewahrungsbox. Genau diese weiche Spitze war für mich der Hauptgrund, es überhaupt zu testen, denn ich wollte nichts Hartes im Ohr haben.
So habe ich ihn benutzt
Ich habe Tvidler sechs Wochen lang benutzt, meistens zweimal pro Woche nach dem Duschen. Erst habe ich das äußere Ohr mit einem Handtuch getrocknet, dann den sauberen Spiralaufsatz nur so weit eingesetzt, wie es ohne Druck ging. Danach habe ich den Griff langsam in eine Richtung gedreht und wieder herausgezogen.
Pro Ohr dauerte das ungefähr eine halbe Minute. Ich habe bewusst nie mehrere Drehungen hintereinander gemacht, weil ich nicht im Ohr herumstochern wollte. Einmal saß der Aufsatz etwas zu tief. Das tat nicht weh, fühlte sich aber sofort unangenehm eng an, also habe ich direkt aufgehört.
In der ersten Woche merkte ich fast keinen Unterschied. Ich sah zwar etwas Ohrenschmalz an der Spirale, aber noch nichts, was mich wirklich überzeugt hätte. Erst in der dritten Woche fiel mir auf, dass sich mein linkes Ohr nach der Anwendung freier anfühlte und dieses dumpfe Gefühl seltener kam.
Am besten funktionierte Tvidler bei weich gewordenem oder schon nahe am Ausgang sitzendem Ohrenschmalz. Einmal blieb ein kleines bräunliches Stück in einer Rille hängen. Das war genau der Effekt, den ich wollte, aber es zeigte mir auch, dass ich nicht tiefer drehen sollte. Für festsitzendes Ohrenschmalz weiter innen war es bei mir keine Lösung.
Was mir gefallen hat und was nicht
Der größte Vorteil war für mich, dass ich nach einigen Wochen seltener zu Wattestäbchen griff. Das war nicht nur angenehmer, sondern gab mir auch mehr Sicherheit, weil die Spirale nicht dafür gedacht war, tief ins Ohr zu gehen. Der Griff lag ordentlich in der Hand, auch wenn er mit feuchten Fingern etwas rutschig wurde.
Ganz reibungslos war die Anwendung aber nicht. Nach jeder Nutzung musste ich den Aufsatz mit warmem Wasser abspülen und trocknen lassen. Die Spiralrillen waren für mich etwas umständlicher zu reinigen als gedacht. Mit einer alten weichen Zahnbürste ging es besser, aber die musste ich danach natürlich ebenfalls sauber machen.
Ein paar Nebenwirkungen oder kleine Störmomente gab es bei mir schon:
- Nach der Anwendung fühlte sich mein Ohr manchmal für ein paar Minuten leicht gereizt an.
- Einmal hörte ich beim Drehen ein leises Reibegeräusch, das mich mehr störte als es wehtat.
- Bei zu tiefem Ansatz wurde die Anwendung sofort unangenehm eng.
- Die Reinigung der Rillen kostete mehr Zeit als erwartet.
Was Tvidler nicht getan hat: Er hat keinen festen Pfropf gelöst, mein Hören nicht dauerhaft verbessert und keine Untersuchung ersetzt. Als ich nach einem langen Bad wieder stärker dieses verstopfte Gefühl hatte, brachte eine Anwendung fast nichts. Da wurde mir klar, dass ich nicht einfach weiter drehen sollte, nur weil ich auf ein Ergebnis gehofft hatte.
Ich würde Tvidler eher Erwachsenen empfehlen, die ihre Wattestäbchen-Gewohnheit loswerden wollen und nur sichtbares oder locker sitzendes Ohrenschmalz am äußeren Bereich entfernen möchten. Dafür braucht man eine ruhige Hand und Geduld. Für Kinder würde ich ihn nicht einfach selbst einsetzen. Und bei Ohrenschmerzen, Ausfluss, Schwindel, einem verletzten Trommelfell oder deutlich schlechterem Hören würde ich ihn nicht benutzen, sondern das ärztlich abklären lassen.
Nach sechs Wochen war mein Eindruck gemischt, aber eher positiv. Ich würde Tvidler wieder benutzen, allerdings nicht als Pflichtprogramm und nicht, um ein tieferes Problem selbst zu lösen. Bei mir bleibt er in der Schublade für die Fälle, in denen ich außen wirklich etwas spüre und langsam, oberflächlich und vorsichtig vorgehen kann.