Femiviton ist ein Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform, das ich wegen meiner PMS-Beschwerden ausprobiert habe. Bei mir ging es vor allem um die gereizte Anspannung und dieses nervöse Gefühl in der zweiten Zyklushälfte. Ich wollte keine komplette Veränderung, sondern einfach weniger Spitzen vor der Periode.
Meine Packung war eine Flasche mit dreißig Kapseln in weiß-rosa Verpackung. Auf dem Etikett standen Vitamin B6 und Folsäure, genaue Experimente mit der Einnahme habe ich deshalb nicht gemacht. Ich habe eine Kapsel morgens nach dem Frühstück genommen, immer mit einem großen Glas Wasser. Das war wichtig. Auf nüchternen Magen fühlte sich die Kapsel bei mir zu deutlich an, so ein bisschen, als läge sie schwer im Magen.
Ich habe Femiviton acht Wochen lang genommen. Für mich war das sinnvoll, weil ich bei PMS nicht nach drei Tagen beurteilen kann, ob etwas wirkt. Ein Zyklus ist bei mir nie exakt wie der andere. Damit ich die Einnahme nicht vergesse, lag die Flasche am Ende in der Küchenschublade und nicht im Bad. Dort habe ich sie morgens beim Kaffee und Frühstück eher gesehen. Einmal habe ich zwei Tage ausgelassen, und danach hatte ich innerlich direkt das Gefühl, wieder bei null anzufangen. Ob das wirklich so war, weiß ich nicht. Es zeigte mir nur, wie sehr Routine bei solchen Produkten zählt.
In der ersten Woche passierte bei mir gar nichts. Kein besserer Schlaf, keine ruhigere Laune, auch kein kleiner Motivationsschub. Ab der zweiten Woche hatte ich an zwei Vormittagen ein leichtes Ziehen im Magen. Nicht schlimm, aber störend. Es erinnerte mich an zu viel Kaffee, obwohl ich nicht mehr als sonst getrunken hatte. Als ich die Kapsel konsequent direkt nach dem Essen nahm und mehr Wasser dazu trank, verschwand dieses Gefühl wieder.
Der erste Unterschied kam nicht laut. In der dritten Woche merkte ich im Büro, dass ich in einer angespannten Situation weniger schnell kurz angebunden wurde. Ich war nicht plötzlich entspannt. Eher eine halbe Stufe weniger am Rand. In der vierten Woche, kurz vor meiner Periode, war die innere Unruhe noch da, aber sie hat mich weniger durch den Tag getrieben. Abends griff ich auch seltener gedankenlos zu Snacks, was bei mir oft passiert, wenn mein Stresslevel hoch ist.
Am deutlichsten war der Effekt im zweiten Zyklus. Es gibt bei mir meistens zwei Tage, an denen meine Stimmung richtig kippt. Mit Femiviton waren diese Tage eher mittelmäßig statt mies. Ich war empfindlich, ja. Aber ich bin nicht so schnell gekippt. Auch das Brustspannen war etwas milder. Nicht weg, nicht spektakulär, nur weniger stechend. Gemerkt habe ich das vor allem im Rückblick, weil ich mir seit einiger Zeit grob Stimmung, Haut und Krämpfe in den Kalender schreibe. Ohne diese Notizen hätte ich den Effekt wahrscheinlich kleiner oder größer geredet, je nach Tagesform.
Was Femiviton bei mir nicht geschafft hat, gehört genauso dazu. Meine Krämpfe am ersten Periodentag waren weiterhin da. Ich brauchte meine üblichen Sachen: Wärmflasche, Ruhe und wenn nötig eine Schmerztablette. Auch meine Haut hat sich kaum verändert. Die Pickel am Kinn in der zweiten Zyklushälfte kamen weiter. Wer also hauptsächlich Hilfe bei Regelschmerzen oder Hautproblemen sucht, sollte aus meiner Erfahrung nicht zu viel erwarten.
Ein paar praktische Minuspunkte sind mir geblieben:
- Die Kapsel hatte einen leicht vitaminigen Nachgeschmack, wenn ich zu wenig Wasser getrunken habe.
- Bei Einnahme später am Vormittag fühlte ich mich kurz etwas unruhiger.
- Die Beschriftung war auf Englisch, weshalb ich am Anfang zweimal hinschauen musste.
- Die Wirkung war subtil, nicht klar messbar von Tag zu Tag.
Ich sehe Femiviton deshalb nicht als Mittel, das bei mir etwas Grundlegendes verändert hat. Es war eher ein kleines Nachjustieren. Die gereizten Spitzen wurden flacher, aber mein Zyklus wurde dadurch nicht plötzlich perfekt. Dazu kommt: In den acht Wochen habe ich versucht, sonst nichts Großes zu ändern, aber mein Alltag ist kein Labor. Schlaf, Arbeit und Stress spielen bei PMS bei mir immer mit hinein.
Aus meiner Sicht passt Femiviton am ehesten für Frauen, die bei PMS vor allem Stimmung, Reizbarkeit und nervöse Anspannung im Blick haben und bereit sind, mindestens einen bis zwei Zyklen geduldig zu bleiben. Wer Kapseln gut verträgt und eine feste Morgenroutine hat, wird mit der Einnahme vermutlich gut zurechtkommen. Eher vorsichtig wäre ich, wenn jemand sehr empfindlich auf Nahrungsergänzungsmittel reagiert oder schnell Magenprobleme bekommt. Bei starken Beschwerden oder wenn sich Zyklusprobleme verschlimmern, würde ich nicht einfach weiter herumprobieren, sondern das einmal medizinisch abklären lassen.
Würde ich Femiviton wieder kaufen? Ja, wahrscheinlich, aber nicht dauerhaft und nicht als Must-have. Ich würde es eher in Phasen nehmen, in denen ich merke, dass mich die zweite Zyklushälfte wieder stärker mitnimmt. Dann wieder morgens nach dem Frühstück, mit viel Wasser und mit Erinnerung im Kalender. Mein Fazit nach acht Wochen: Femiviton hat meine PMS-Reizbarkeit nicht weggezaubert, aber die härtesten Kanten etwas abgeschliffen. Für mich war das genug, um es als leise Hilfe brauchbar zu finden.