Rhinofix ist ein flüssiges Dichtmittel auf Polyharnstoffbasis für kleine Undichtigkeiten und Fugen. Ich habe es ausprobiert, weil an einer alten Anschlussfuge auf meinem Balkon nach starkem Regen immer wieder Feuchtigkeit durchkam. Mir ging es vor allem darum, die Stelle dauerhaft trocken zu bekommen.
Die Anwendung war für mich nichts zum schnellen Drapieren und Fertigsein. Ich habe die Fuge zuerst gründlich gereinigt und einen Tag trocknen lassen, weil ich dem Material auf staubigem Untergrund nicht vertraut hätte. Danach habe ich Rhinofix in einer dünnen Spur aufgetragen und mit einem kleinen Spachtel in die Risse gedrückt. Die Masse war zähflüssig, ließ sich gut verteilen, zog beim Abheben des Spachtels aber feine Fäden. Genau das hat mich anfangs genervt.
Ich habe nach kurzer Zeit gemerkt, dass weniger besser war. Beim ersten Versuch war ich zu großzügig, und an der leicht schrägen Stelle lief das Material ein paar Millimeter nach unten. Das ließ sich zwar noch korrigieren, aber sauber sah der Rand danach nicht mehr aus. Beim zweiten Durchgang habe ich mir ein Stück Karton daruntergelegt und langsamer gearbeitet. So ging es deutlich besser.
Nach dem Auftragen habe ich die Stelle in Ruhe gelassen und erst am nächsten Tag geprüft. Eine Woche später wirkte die Fuge noch etwas unruhig, fühlte sich aber fest an. Ich habe Rhinofix nicht wie ein Pflegeprodukt regelmäßig benutzt, sondern in zwei Arbeitsgängen an einem Nachmittag verarbeitet und die Stelle dann sechs Wochen lang bei Regen und Temperaturschwankungen beobachtet.
Der erste sichtbare Unterschied kam bei mir nicht sofort. In der ersten Woche sah die Fuge nur dicht aus, mehr nicht. Nach dem zweiten kräftigen Regen merkte ich dann den Effekt: Auf der Innenseite blieb die Stelle trocken. Früher hatte ich dort nach einem langen Schauer oft einen dunkleren Rand gesehen. Nach etwa drei Wochen war die Oberfläche noch geschlossen, ohne Risse oder Ablösungen an den Kanten. Auch nach einem kalten Morgen blieb das Material fest und wirkte nicht spröde.
Ganz perfekt war das Ergebnis trotzdem nicht. Eine tiefere Lücke neben der Leiste hatte ich am Anfang unterschätzt. Rhinofix hat die Oberfläche zuverlässig abgedichtet, diesen größeren Hohlraum aber nicht so gleichmäßig gefüllt, wie ich gehofft hatte. Dort musste ich später noch einmal nacharbeiten. Für breite, bewegliche oder schon locker sitzende Bauteile wäre mir das allein zu wenig.
Auch der Geruch beim Verarbeiten war für mich ein Minuspunkt. Er war nicht extrem, aber deutlich genug, dass ich nur bei offenem Fenster und ohne lange Pausen direkt über der Fuge arbeiten wollte. An den Fingern hatte ich trotz Handschuhen einen leicht klebrigen Film, vermutlich weil ich beim Ausziehen den Rand berührt hatte. Mit gründlichem Waschen ging das weg, angenehm war es trotzdem nicht.
Für mich spricht Rhinofix klar für kleine Risse, Anschlussfugen und Stellen, an denen Regenwasser eindringt. Ich würde es wieder nehmen, wenn der Untergrund fest, sauber und trocken ist und man sauber arbeiten will. Bei lockerem altem Material, stark rostigem Metall oder einer Fuge, die sich sichtbar bewegt, hätte ich zuerst die Ursache des Schadens behoben. Das Produkt hat bei mir abgedichtet, aber keinen schlechten Untergrund magisch repariert.
- Die Masse zog beim Verteilen feine Fäden.
- Zu viel Material lief auf schrägen Flächen etwas nach.
- Für tiefe oder breite Schäden brauchte ich einen zweiten Durchgang.
- Der Geruch beim Verarbeiten war für mich lästig.
Ich würde Rhinofix bei einer ähnlichen kleinen Undichtigkeit wieder verwenden. Nach sechs Wochen blieb meine behandelte Balkonfuge trocken, und das war am Ende genau das Ergebnis, das ich wollte. Für große Baustellen oder bewegliche Schäden ist es für mich aber nicht die richtige Lösung. Wenn ich es noch einmal nehme, dann nur für eine saubere, kleine Reparatur mit etwas Geduld und ruhiger Hand.