Bluestone war für mich ein Tropfenpräparat in einer kleinen Flasche, das ich wie eine Unterstützung bei leichten Männerbeschwerden genutzt habe. Ich habe es ausprobiert, weil mich ein dumpfes Druckgefühl im Unterbauch und ein gereiztes Gefühl beim Wasserlassen über Monate begleitet hatten. Mein wichtigstes Ziel war simpel: nachts seltener aufstehen.
Die Flasche, die ich hatte, war blau, mit schwarzem Etikett und der Aufschrift Bluestone sowie Sekretion regens 30 ml. Was mich gleich gestört hat: Die Angaben waren auf Spanisch. Bei einem Mittel, das ich regelmäßig einnehme, hätte ich mir klare deutsche Hinweise gewünscht, schon allein, um weniger herumrätseln zu müssen.
Ich habe die Tropfen mit der Pipette abgemessen und in ein halbes Glas Wasser gegeben. Morgens einmal, abends einmal. Bei mir waren es 20 Tropfen pro Einnahme, nicht weil ich daraus eine Wissenschaft machen wollte, sondern weil ich damit eine feste Routine hatte. Direkt unter die Zunge habe ich es nur ein einziges Mal getropft, als ich in Eile war. Das war keine gute Idee. Der Geschmack war bitter, kräutrig und blieb unangenehm lange im Mund.
Genommen habe ich Bluestone sechs Wochen am Stück. Ziemlich ordentlich sogar, bis auf zwei Abende, an denen ich früh eingeschlafen bin und es vergessen habe. In der ersten Woche passierte bei mir fast nichts. Das war erst einmal ernüchternd, aber auch nicht überraschend, weil solche Tropfen für mich eher nach langsamem Aufbau klingen als nach Sofortwirkung. Was ich in dieser Anfangszeit manchmal spürte, war ein leichtes Wärmegefühl im Gesicht, ähnlich wie nach einem schnellen Gang die Treppe hoch.
In der zweiten Woche wurde mein Unterbauchgefühl ruhiger. Nicht weg. Ruhiger. Ich merkte es vor allem beim Sitzen am Schreibtisch, weil ich sonst oft unruhig wurde und dauernd die Position gewechselt habe. Ab der dritten Woche wurde der nächtliche Harndrang etwas besser. Ich bin weiter wach geworden, aber öfter erst gegen Morgen und nicht mehr so zuverlässig mitten in der Nacht. Für Außenstehende klingt das klein. Für mich machte es einen Unterschied, weil ich morgens weniger benommen war.
Beim Wasserlassen selbst hatte ich keine dramatische Veränderung. Der Strahl war nicht plötzlich stark wie früher, und das Brennen beziehungsweise gereizte Gefühl verschwand nicht komplett. Es kam nur seltener. Besonders aufgefallen ist mir das an Tagen mit viel Kaffee, an denen ich sonst schneller dieses unangenehme Ziehen hatte. Ich trinke weiter Kaffee, da mache ich mir nichts vor. Aber ich hatte tagsüber weniger oft dieses komische Gefühl von: Ich muss gleich, aber irgendwie auch nicht. Das wurde ungefähr ab Woche vier deutlicher, zuerst beim Autofahren, weil ich nicht mehr automatisch jede Raststätte im Kopf mitgeplant habe.
Bei den Inhaltsstoffen konnte ich, soweit auffindbar, L-Arginin, Biotin als Vitamin B7, Ashwagandha-Extrakt, Epimedium-Extrakt, Sägepalmen-Extrakt und Bitterorangen-Extrakt erkennen. Das passte zu meinem Eindruck. Es schmeckte pflanzlich, und Bitterorange erklärte für mich zumindest, warum ich mich nach der Einnahme manchmal leicht angeregt fühlte. Ich reagiere auf solche Dinge recht schnell.
Die Nachteile waren im Alltag nicht riesig, aber sie waren da:
- Der bittere Geschmack blieb lange, wenn ich zu wenig Wasser nahm.
- Abends bekam ich an vier oder fünf Tagen leichtes Sodbrennen, wenn ich die Tropfen spät genommen hatte.
- Einmal wurde mir nach der Morgendosis kurz schummrig, als ich zu schnell aufstand.
- Das spanische Etikett gab mir kein besonders gutes Gefühl.
Was Bluestone bei mir nicht gelöst hat, war die grundsätzliche Anspannung im Beckenbereich bei Stress. Wenn ich schlecht schlief, lange saß oder zu wenig trank, meldeten sich die Beschwerden trotzdem wieder. Ich musste also weiter auf meine Gewohnheiten achten. Für mich war Bluestone deshalb keine Lösung im Sinne von Schalter umlegen, sondern eher eine sanfte Unterstützung, die ein paar Dinge etwas erträglicher gemacht hat.
Ich würde es Menschen einordnen, die leichte, eher nervige Beschwerden rund um Unterbauchgefühl und Wasserlassen haben und bereit sind, mehrere Wochen dranzubleiben. Wer sehr empfindlich auf bittere Kräuter, anregende Pflanzenstoffe oder Sodbrennen reagiert, sollte vorsichtig sein. Wenn Medikamente für Kreislauf oder Blutdruck im Spiel sind oder eine klare medizinische Diagnose vorliegt, würde ich vorher sauber abklären, ob so ein Tropfenpräparat überhaupt passt. Mich hat außerdem gestört, dass ich nicht klar erkennen konnte, ob es als Arzneimittel geführt wird oder eher als Ergänzung.
Würde ich Bluestone wieder kaufen? Vielleicht, aber nicht blind. Wenn meine Beschwerden wieder in diesem nervigen, aber nicht dramatischen Bereich liegen, würde ich es für ein paar Wochen erneut nehmen, weil die ruhigeren Nächte und das entspanntere Bauchgefühl für mich spürbar waren. Wenn es schlimmer wäre, würde ich mich nicht darauf verlassen. Meine ehrliche Bilanz: Bluestone hat bei mir langsam und moderat geholfen, hatte aber genug kleine Alltagsnachteile, dass ich es nur bei leichten Beschwerden empfehlen würde.